Caldeira – mein Mund (Gedichtfassung)

#inarbeit: dies ist das erste Gedicht von mir, das jemals von einem Profi lektoriert wurde. Eine neue Erfahrung, der ich viel abgewinnen kann. Die erste Fassung des Textes, die ich zu einer Musik von FM Einheit geschrieben und gesprochen habe, könnt ihr hier nachlesen und die Bearbeitung nachvollziehen.

Wenn ich ein Mädchen bin
Das Kleider trägt
Trage ich nur welche aus japanischem Papier
Ich bewege mich darin wie ein Insekt
In einer Kammer aus Luft
Einer Schatulle aus Klang
Im Licht und Schatten der Jahreszeiten
Bei Ebbe und Flut

Stille Wasser
In allen Farben
Meine Worte werfen Ringe auf die blanke Oberfläche
Da stehen die Näpfe aus Porzellan
Dort liegen die Pinsel
Nach Größen geordnet
Feine
Breite
Gefächerte und borstige
Von Mäusen zerkaute Bambusspitzen
Und ein Quast
Aus silbergrauem Pferdehaar
Die Tunke aus Tinte und zerriebenen Kieseln
Von allen Wegen
Die ich ging
Hinterlassen kaum erkennbare Spuren
Auf dem hauchdünnen Blatt
Nimm doch eine Lupe
Und schau genau hin
Schau hin

Die Mitte des Mondes
Kerben und Schluchten
Ich weiß wie es ist
Die kleine Erhebung
Risse und Riffe
Du weißt wie es aufhört
Caldeira – mein Mund

Außer uns
Keine Betrachter
Selbst wenn keiner hinschaut
Sind wir doch da
Sind ohne Wertung
Sind hier ohne alles
Ganz ohne Ohne
Unverhohlen
Bewegt sich da etwas
Jenseits des Blickes
Legt etwas ab
Oder kommt etwas an

© Katharina Franck / Juli 2018 (bearbeitet im August 2019)

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