Bei unserer Lebensweise ist es sehr angenehm, lange im Voraus zu einer Party eingeladen zu werden

Artist
Jane Bowles, Katharina Franck & Ulrike Haage
Released
1999
Genre
Hörspiel

Jane Auer Bowles wurde am 22. Februar 1917 in New York geboren. Sie starb am 4. Mai 1973 im spanischen Malaga, in der Clinica de Los Angeles. In der Zeit dazwischen war sie Schriftstellerin und Reisende:
Mexico und Vermont und Florida
Connecticut und Paris
Tanger Ceylon Lissabon New York
von Tanger nach Malaga und zurück
von Tanger nach Malaga und
Goodbye

Ein Hörspiel mit Briefen von Jane Bowles und Katharina Franck
Sprecherinnen: Judith Engel, Katharina Franck und Tatja Seibt
Sprachregie: Katharina Franck
Musik: Ulrike Haage

Produktion BR / Hörspiel- und Medienkunst 1999
Ausgezeichnet als Hörspiel des Monats September 1999

Obwohl sie von Tennessee Williams und Truman Capote, von Carson McCullers, William S. Burroughs und von ihrem Mann Paul Bowles bewundert wurde, hielt sie selbst nichts davon, wie sie lebte, und sie hielt nichts davon, was sie schrieb. Sie schrieb vor allem Briefe: an Virgil Thompson, an die Sängerin Libby Holman, an ihren Mann Paul, an vermisste Freunde, die überall dort waren, wo sie gerade nicht war, wo sie gerade nicht das tat, was sie eigentlich tun wollte, und tun würde, wenn sie nicht dort wäre, wo sie gerade war: “Vielleicht kannst Du mir schreiben, was ich meine …”

Textspur

KF: “Ich bin über die Bücher von Paul Bowles, das ist der bekanntere Schriftsteller von beiden, an Jane Bowles geraten, an ihren einzigen Roman und ihre Kurzgeschichten. Schon auf dem 93er Rainbirds-Album “In A Different Light” ist eine Hommage an Jane Bowles, ein Walzer, den ich für sie geschrieben habe. Es gibt Teile dieser Jane Bowles, mit denen ich mich identifizieren kann oder in denen ich mich wiedererkenne. Aber ich habe natürlich keine Ahnung, wer Jane Bowles war, da weder die Biographien, die es über sie gibt, noch die Briefe, noch ihre Geschichten das großes Bild von ihr wiedergeben. Ich kann mir da nur mein eigenes machen. Das Hörspiel besteht also in erster Linie aus einer Auswahl von Janes Briefen. Ich habe eigene Briefe geschrieben und dazwischen geschnitten und so mehr oder weniger mein Bild der Jane damit reingebracht. Ich war oft in Tanger, habe Paul Bowles auch einmal besucht. Die drei Stimmen, die von Tatja Seibt, von Judith Engel und die von mir, stehen für “Meine Jane, eine andere und ich”.

Tonspur

UH: “Ich habe bewusst von Anfang an versucht, mich an der Zeit zu orientieren, aus der Jane Bowles kam. Dann habe ich auf die Verweise reagiert, von ihr selber, welche Musik sie mochte und damals gehört hat. Ich persönlich bin zu Hause mit Jazz groß geworden, und habe von daher einige dieser Originalzitate aus der Plattensammlung meines Vaters herausfischen können.”