Unten am Strand brennen alle Lagerfeuer deiner Lust
Auf der Autobahn hat ein Sandsturm acht Tote gefordert
In den Kapellen gehen die Windlichter aus
In meiner Nähe blüht der Mohn
In deiner Nähe öffnen sich Täler
Weit geht dein Blick
Woanders hin
Ich frage nicht
Wage es nicht
Behüte
Alle Lagerfeuer deiner Lust
Im Brandrauch flattern rußgeschwärzt
Die verblichenen Bilder Continue reading

Vor sieben Wochen habe ich mein Album “Musik! Musik!” veröffentlicht. Die Resonanz ist sehr positiv. Viele Sender haben mich zu Interviews eingeladen und einige Termine stehen noch aus. Die Liederbestenliste hat “Musik! Musik!” zum Album des Monats November 2018 gewählt und der Song “Gespenster” steht aktuell auf Platz 11.

Weiter empfehlen die an der Bestenliste beteiligten Sender den Song “Die Masse Tobt!”, den ihr Euch jetzt als Lyric-Video auf YouTube und Vimeo anschauen könnt. Die Grafikerin Micky Bartl hat es gesetzt und auch einige der tollen Fotos von Katrin Reis und Zippo Zimmermann verwendet. Auch auf meine Facebook-Gefällt mir -Seite habe ich das Video hochgeladen. Wo auch immer ihr es schaut, liked es, herzt es und schickt es in die Welt hinaus. 1000 Dank!

Auch wenn ich gerne noch viel mehr Konzerte gespielt hätte dieses Jahr, habe ich mich weder mit der Produktion noch mit der Arbeit rund um die eigenständige Release übernommen. Das macht mich froh! Nun könnt ihr mich zwar nur noch am 13.12.2018 in Göttingen sehen (das Konzert am 15.12.2018 in Alt Ruppin ist ausverkauft), aber bald gibt es Neuigkeiten zu verkünden, die sich gut in meine Pläne für das kommende Jahr fügen. Wenn auch anders, als gedacht. Wie so oft.

Dies ist der Link zu allen digitalen Plattformen über die ihr “Musik! Musik!” streamen und herunterladen könnt. Die CD gibt es ausschließlich in meinem Shop und vorher reinhören geht hier natürlich auch.

Beitragsfoto: © Zippo Zimmermann, www.designladen.com)

Diesen Text habe ich für einen Song von FM Einheit geschrieben. Es ging ganz schnell in der konzentrierten Arbeitsathmosphäre seines Hauses in Bayern. FM kocht jeden Tag ausgeklügelte köstliche Gerichte und seine Frau, die Kostüm- und Bühnenbildnerin Stephanie Geiger, richtet die Speisen an wie kleine Gemälde. Caldeira, das ist Portugiesisch für Kessel. Der eines Vulkans, aber auch der, in dem gekocht wird. Über offenem Feuer. Ich habe nicht nur die Geräusche, Gegenstände und Töne des Hauses in den Text einfließen lassen, die sowieso zu hören und zu sehen waren, sondern auch andere, die davor da waren und welche, die noch kommen.

Caldeira – mein Mund

Wenn ich ein Mädchen bin
Das Kleider trägt
Trage ich nur welche aus japanischem Papier
Ich bewege mich darin wie ein Insekt
In einer Kammer aus Luft
Einer Schatulle aus Klang
Im Licht und Schatten der Jahreszeiten
Bei Ebbe und Flut

Und meine Worte sind Wasserringe
In allen Farben des Wassers Continue reading

Mein Vater konnte im Gespräch prima abschalten. Es gab zum Beispiel eine kurze Liste mit Fragen zu meinem Berufsleben, die meistens beim Essen abgehakt wurden. Er stellte die erste Frage, kurz bevor er sich einen Bissen in den Mund schob, und während ich sprach und er kaute, rieb er sich die Hände und schaute mit leicht verschwommenen Blick umher. Wenn vor dem nächsten Bissen keine neue Frage kam, redete ich weiter. Continue reading

Im Prinzip wäre dies ein Text für meine Reihe #andwhataboutthelyrics. Aber da der Song dazu noch nicht veröffentlicht ist, konnte bisher noch niemand danach fragen. Nun möchte ich Euch schon ein wenig neugierig machen, auf das Album, das ich Anfang September 2018 über meinen Shop und digital veröffentlichen werde. Hier ist also der Text über einen Text, den ich bisher nur live gesungen habe:

Ein Bild von mir das älter ist als ich – Tiefenschärfe (für Vivian Maier)

Ich weiß nicht, wann das los ging mit den Selfies. Meines Wissens war Vivian Maier die Erfinderin des Genres. Ich habe 1988 die ersten Fotos mit Selbstauslöser von mir gemacht. Ich bin irgendwo in den österreichischen Bergen auf Diät. Sitze in einem ausgetrockneten Flussbett auf Geröll, werfe einen Stein. Es sieht dynamisch aus, bleibt aber trotz der großen Brennweite ohne Bedeutung. Auf einem anderen Bild kauere ich im Dämmerlicht einer Dachkammer auf dem Rand einer Matratze. Continue reading

#andwhatabouthelyrics Folge 11

Zwischen Verzweiflung und Entschlossenheit ein stumpf pochendes Herz, das ganz verhärtet sich quadratisch anfühlt. Würde es davonpoltern, wäre der Schmerz unerträglich. Doch ist da bleiben und aushalten nicht noch viel schlimmer?

I tell you what you don’t want to hear
I remind you of what is oh so clear
‘Cause I I I have no time to waste

Continue reading

#andwhataboutthelyrics Folge 10

Frank Kellogog singt mit leiser Stimme. Die sitzt in seiner Kehle an einer Stelle, unter der sich ein ganzer Kontinent öffnet, eine Kathedrale von Sternen. Jedenfalls eine unermessliche Weite, nach der man sich nur sehnen kann. Seine sanfte Gesangslinie inspiriert mich zu meiner Refrainmelodie, mit der ich mich in der Strom der Musik lehne, die diese Weite zum Beispiel in die unterirdische Empfangshalle eines noch nicht eröffneten Flughafens transportiert, oder in den Berliner Hauptbahnhof nachts um halb vier. Beide Orte gab es 1995 noch nicht.

Hier geht es zu dem Song auf Soundcloud

Es ist das Jahr 2018. Inzwischen wissen wir, dass die Amöbe und das Bärtierchen die überlebensfähigsten Lebewesen auf unserem Planeten sind und dass die Seele eines jeden Menschen 21 Gramm wiegt. Bei allen! Gleich schwer! Nein! Continue reading

#andwhataboutthelyrics – Folge 8

„Melancholisch und sehr, sehr wütend“, oder doch eher ein “superfröhliches Lied mit der ganzen Kraft eines Neubeginns?“ Damals, wie heute gilt für meinen musikalischen Ausdruck fast immer beides. Und alles was davor, danach und dazwischen möglich ist.

Bei „Sacred“ fällt es mir schwer, den Zeitpunkt der Entstehung mit irgendeinem klaren Lebensgefühl von mir zu verbinden. Oder besser gesagt, mit einer Erinnerung daran. Continue reading

#andwhataboutthelyrics – Folge 7

Der Song, der 1991 auf dem Album RainbirdsTwo Faces veröffentlicht wurde, ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Komposition zu einem Text inspirieren kann, der nicht unbedingt die autobiografischen Züge der Autorin trägt, oder etwas soeben Erlebtes verarbeitet. Und wie dieser, dann gesungene Text, das Arrangement des Songs beeinflusst.

Coverfoto ©Anton Corbijn

Die musikalische Vorlage von Ulrike Haage zu „Big Fat Cat“ entstand in 1989, als sie mit FM Einheit, Alfred 23 Harth und dem Sänger Phil Minton in der Formation Vladimir Estragon unterwegs war und die Rainbirds auf Tournee als Keyboarderin unterstütze. Damals haben wir uns kennengelernt, und als wir begonnen hatten, im Duo zusammenzuarbeiten, habe ich mir den Song vorgeknöpft. Mir überlegt, wie und was ich dazu singen könnte.

Ein Junge stellt nach dem Tod des Vaters fest, dass die Mutter nicht nur die gütige Person ist, die sich um ihn kümmert, immer für ihn da ist und sich von dem Vater und ihm alles gefallen lässt. Ihr facettenreiches Wesen ist ihm unheimlich. Ein neuer, verwirrender Geruch geht von ihr aus, und der wiegende Continue reading