Und die Liebe zu sich selbst. Mich hat schon der erste Gedichtzyklus von Claire Plassard und Florian Vetsch begeistert. Mit dem zweiten Band “Ein dünner Faden hält alles zusammen” haben sie mich aufgewirbelt, hochgehoben und auf eine neue und vielversprechende Umlaufbahn katapultiert. Dort hält mich dieser dünne Faden zusammen – Schreiben kann Leben retten. Jeden Tag mindestens einen Satz von Belang zu verfassen, ist schon viel. Continue reading

Unten am Strand brennen alle Lagerfeuer deiner Lust
Auf der Autobahn hat ein Sandsturm acht Tote gefordert
In den Kapellen gehen die Windlichter aus
In meiner Nähe blüht der Mohn
In deiner Nähe öffnen sich Täler
Weit geht dein Blick
Woanders hin
Ich frage nicht
Wage es nicht
Behüte
Alle Lagerfeuer deiner Lust
Im Brandrauch flattern rußgeschwärzt
Die verblichenen Bilder Continue reading

Vor sieben Wochen habe ich mein Album “Musik! Musik!” veröffentlicht. Die Resonanz ist sehr positiv. Viele Sender haben mich zu Interviews eingeladen und einige Termine stehen noch aus. Die Liederbestenliste hat “Musik! Musik!” zum Album des Monats November 2018 gewählt und der Song “Gespenster” steht aktuell auf Platz 11.

Weiter empfehlen die an der Bestenliste beteiligten Sender den Song “Die Masse Tobt!”, den ihr Euch jetzt als Lyric-Video auf YouTube und Vimeo anschauen könnt. Die Grafikerin Micky Bartl hat es gesetzt und auch einige der tollen Fotos von Katrin Reis und Zippo Zimmermann verwendet. Auch auf meine Facebook-Gefällt mir -Seite habe ich das Video hochgeladen. Wo auch immer ihr es schaut, liked es, herzt es und schickt es in die Welt hinaus. 1000 Dank!

Auch wenn ich gerne noch viel mehr Konzerte gespielt hätte dieses Jahr, habe ich mich weder mit der Produktion noch mit der Arbeit rund um die eigenständige Release übernommen. Das macht mich froh! Nun könnt ihr mich zwar nur noch am 13.12.2018 in Göttingen sehen (das Konzert am 15.12.2018 in Alt Ruppin ist ausverkauft), aber bald gibt es Neuigkeiten zu verkünden, die sich gut in meine Pläne für das kommende Jahr fügen. Wenn auch anders, als gedacht. Wie so oft.

Dies ist der Link zu allen digitalen Plattformen über die ihr “Musik! Musik!” streamen und herunterladen könnt. Die CD gibt es ausschließlich in meinem Shop und vorher reinhören geht hier natürlich auch.

Beitragsfoto: © Zippo Zimmermann, www.designladen.com)

Diesen Text habe ich für einen Song von FM Einheit geschrieben. Es ging ganz schnell in der konzentrierten Arbeitsathmosphäre seines Hauses in Bayern. FM kocht jeden Tag ausgeklügelte köstliche Gerichte und seine Frau, die Kostüm- und Bühnenbildnerin Stephanie Geiger, richtet die Speisen an wie kleine Gemälde. Caldeira, das ist Portugiesisch für Kessel. Der eines Vulkans, aber auch der, in dem gekocht wird. Über offenem Feuer. Ich habe nicht nur die Geräusche, Gegenstände und Töne des Hauses in den Text einfließen lassen, die sowieso zu hören und zu sehen waren, sondern auch andere, die davor da waren und welche, die noch kommen.

Caldeira – mein Mund

Wenn ich ein Mädchen bin
Das Kleider trägt
Trage ich nur welche aus japanischem Papier
Ich bewege mich darin wie ein Insekt
In einer Kammer aus Luft
Einer Schatulle aus Klang
Im Licht und Schatten der Jahreszeiten
Bei Ebbe und Flut

Und meine Worte sind Wasserringe
In allen Farben des Wassers Continue reading

Mein Vater konnte im Gespräch prima abschalten. Es gab zum Beispiel eine kurze Liste mit Fragen zu meinem Berufsleben, die meistens beim Essen abgehakt wurden. Er stellte die erste Frage, kurz bevor er sich einen Bissen in den Mund schob, und während ich sprach und er kaute, rieb er sich die Hände und schaute mit leicht verschwommenen Blick umher. Wenn vor dem nächsten Bissen keine neue Frage kam, redete ich weiter. Continue reading

Ein Bild von mir das älter ist als ich – Tiefenschärfe (für Vivian Maier)

Ich weiß nicht, wann das los ging mit den Selfies. Meines Wissens war Vivian Maier die Erfinderin des Genres. Ich habe 1988 die ersten Fotos mit Selbstauslöser von mir gemacht. Ich bin irgendwo in den österreichischen Bergen auf Diät. Sitze in einem ausgetrockneten Flussbett auf Geröll, werfe einen Stein. Es sieht dynamisch aus, bleibt aber trotz der großen Brennweite ohne Bedeutung. Auf einem anderen Bild kauere ich im Dämmerlicht einer Dachkammer auf dem Rand einer Matratze. Continue reading

#andwhatabouthelyrics Folge 11

Zwischen Verzweiflung und Entschlossenheit ein stumpf pochendes Herz, das ganz verhärtet sich quadratisch anfühlt. Würde es davonpoltern, wäre der Schmerz unerträglich. Doch ist da bleiben und aushalten nicht noch viel schlimmer?

I tell you what you don’t want to hear
I remind you of what is oh so clear
‘Cause I I I have no time to waste

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#andwhataboutthelyrics Folge 10

Frank Kellogog singt mit leiser Stimme. Die sitzt in seiner Kehle an einer Stelle, unter der sich ein ganzer Kontinent öffnet, eine Kathedrale von Sternen. Jedenfalls eine unermessliche Weite, nach der man sich nur sehnen kann. Seine sanfte Gesangslinie inspiriert mich zu meiner Refrainmelodie, mit der ich mich in der Strom der Musik lehne, die diese Weite zum Beispiel in die unterirdische Empfangshalle eines noch nicht eröffneten Flughafens transportiert, oder in den Berliner Hauptbahnhof nachts um halb vier. Beide Orte gab es 1995 noch nicht.

Hier geht es zu dem Song auf Soundcloud

Es ist das Jahr 2018. Inzwischen wissen wir, dass die Amöbe und das Bärtierchen die überlebensfähigsten Lebewesen auf unserem Planeten sind und dass die Seele eines jeden Menschen 21 Gramm wiegt. Bei allen! Gleich schwer! Nein! Continue reading