All there really is, is just the next thing, the next thing that happens (Rainbirds – Give me a kiss, 1996)

#andwhataboutthelyrics Folge 18

Wann genau ich den Song „Give Me A Kiss„, erschienen auf dem Album Making Memory, geschrieben habe, weiß ich nicht mehr. Mit der Release lancierten Rainbirds 1996 die erste eigene Website im Internet, unsere Emailadresse lautete 100603.3670 @ compuserve.com und soweit ich mich erinnere, waren Social Media-Kanäle für alle zumindest in Deutschland noch keine Selbstverständlichkeit.  Aber ganz sicherlich ist es keine Vorahnung gewesen, als ich mit meinem Text das Wesen aller Influencer*innen beschrieben habe: da fahren sie fröhlich predigend und weihräuchernd, auf dieser ewigen Glückseligkeitsmaschine in das Licht, das sie selber ausstrahlen, und alles was es gibt, ist nur das nächste Dings, das nächste Ereignis, das passiert. Nichts Neues also. Jack Kerouac hat’s gesagt, Marilyn Monroe in der Rolle der Roselyn zu Montgomery Clift in der Rolle des Perce, und Jesus war ja auch nicht der erste Influencer. Jedes Wesen, das etwas geschaffen hat, ob nun aus der Rippe eines aus dem Urschlamm gekrochenen Adams, oder dessen Sohn, der aus den Beckenknochen von Evas ägyptischer Oma ein paar Kastagnetten geschnitzt hat, mit diesen die Vierundsechzigstel erfand, sich schwindelig spielte und verwirrt Abel erschlug, ist Influencer. Du mit deinen Launen, ich mit meinen Plänen, der die das und meine Katze. Nur wenn wir uns küssen, halten wir die Klappe. Für den Moment.

© Katharina Franck, März 2022

 

 

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