Als ich im Herbst 2018 endlich beschlossen hatte, in 2019 eine Pause einzulegen, meldete sich mein Kollege Reinhardt Repke vom Club der Toten Dichter und hinderte mich daran. Zum zweiten Mal. Ihr kennt die Geschichte. Und so war 2019 ein Jahr mit unerwartet vielen Solo-Auftritten, den unvergesslichen Duo-Abenden mit Christoph Bernewitz in der Bar Jeder Vernunft, dem einzigen KF + Band-Auftritt beim SFEN-Festival in Potsdam und insgesamt 40 Konzerten mit dem Club der Toten Dichter und “Theodor Fontane neu vertont”.

In 2020 sollte mich aber nichts davon abhalten, diese lange vor mir her geschobene Pause endlich zu machen. Ich wollte so viel Zeit wie möglich mit meiner Mutter verbringen, die schwer an ALS erkrankt war. Continue reading

Reminder:

Facebook als Werbetool für Musiker*innen ohne Label und eigenem Promotionbüro, war, ist und bleibt eine Zumutung. Jedes soziale und politische Engagement muss mehr oder weniger gewollt auch zur Promotion des eigenen Konzertes, einer neuen Release, oder für die sogenannte Crowdfunding-Kampagne herhalten. Hinterher nutzt man die öffentlich gepostete Dokumentation des mehr oder weniger mageren Erfolges, als Lockmittel für einen ausbleibenden Emoji-Sturm der erschütterten Fans, die aus 100 Gründen auch nicht kommen, kaufen, spenden konnten. Continue reading

der Atlantik, 22. März 2020

Hallo, hallo, habe mich länger nicht gemeldet. Es geht ja auch drunter und drüber. Klar, auch meine Konzerte sind abgesagt und wie es um die Mai-Termine steht, ist ungewiss. Ich war hier und dann zurück in Deutschland und nun bin ich wieder da, in Portugal. Nicht zum Spaß, leider, doch Continue reading

Anlässlich des gerade erschienenen Jahrbuch der Lyrik 2020 im Verlag Schöffling und Co., das nun leider nicht auf der Buchmesse in Leipzig präsentiert werden kann, weil ein Virus names Corona fast die ganze in Welt in Angst und Schrecken versetzt, liste ich hier einmal die veröffentlichten Gedichte von mir auf, die ohne Musik ausgekommen sind. Einige dieser Gedichte sind später als Gesprochene Popsongs vertont auf CD erschienen, andere Texte sind Auseinandersetzungen mit meiner künstlerischen Sprache Continue reading

Das etwas andere Geburtstagsständchen: Liebe Alle, habe am Sonntag, dem 28. Juli 2019 vor dem Kornspeicher Neumühle in Alt Ruppin für Freunde, Bekannte, Zufallsgäste und Passanten meine Songs gesungen. Zwischen 15 und 18 Uhr sind rund 200 Menschen dort gewesen und haben auf meinen Wunsch hammermäßige € 850,00 an RuT – Rad und Tat e.V. – Offene Initiative Lesbischer Frauen gespendet. Über dieses Zeichen großer Solidarität freue ich mich sehr. Und fühle mich noch wohler in meinem “Kiez”.KF, Ina Rosenthal und Stephanie Kuhnen Die neue Geschäftsführerin des RuT, Ina Rosenthal, und die Journalistin und Mitarbeiterin bei RuT, Stephanie Kuhnen, waren auch dabei. Informationen über RuT gibt es hier.

Noch ein Text aus der Reihe “Meine Lieder sind klüger als ich”

1.

Ich war fischen!

Glauben Sie bitte nicht, dass mir das Spaß macht. Ich habe es aufgegeben Erlösung von der Welt in den leuchtenden Bildern polnischer Weizenfelder zu suchen, in dem satten Flattern aufstiebender Moorkraniche zu hören, oder im harzigen Duft frisch gespalteten Holzes zu schmecken. Aber ich klammere mich an diese Vorstellungen wie eine Ertrinkende, weil ich mich danach sehne wenigstens einmal dieselbe Sprache zu sprechen wie meine Mitreisenden. In unseren Körpern und in unserem Geist sind wir ständig vom einem zum anderen Umsteigebahnhof unterwegs. Ein Nomade lebt nach strengeren Regeln als jeder Stubenhocker, und er wird auch nicht steif und feist dabei. Es hat 40 Jahre gedauert bis ich begriffen habe, dass das einzige Dach über meinem Kopf mein Körper ist. Ich war unversehrt, und mir war alles egal. Aber jetzt sind die Schatten die ich werfe meine Schindeln, und die Fäden die ich ziehe meine Wurzeln. Ich darf die Spuren die ich hinterlasse nicht verwischen, wenn mir daran gelegen ist, wieder aufzubrechen. Freiheit ist eben nicht gekappte Bande, geschütteltes Brot. Freiheit ist, zu fühlen wo man herkommt, zu jeder Zeit, und zu wissen wohin man gehen will, wenn es soweit ist. Wohin man kommt, ist eine andere Geschichte. Es ist die Geschichte. Es ist die Reise. Continue reading

Reaktionen zum Album “So und nicht anders – Club der Toten Dichter – Fontane neu Vertont”:

»Fontane im Neofolk-Gewand – das erste Lied überzeugt auf Anhieb. «…» Der Komponist und Gitarrist Reinhardt Repke hat zwölf Werke aus Fontanes reichhaltiger lyrischer Produktion ausgewählt und mit musikalischer Finesse Songs daraus gemacht, die so frisch klingen, dass man den alten Fontane beinahe als Liedermacher von heute empfindet. Das Akkordeon seufzt in langen Tönen, Bass und Gitarre schreiten gleichmütig dahin, und Katharina Franck singt mit wunderbar abgeklärter Stimme. «…» Sehr zu loben ist die luftige und präzise Produktion. Die Instrumente werden nicht geschrubbt, sondern subtil zum Klingen gebracht. Man hört das Akkordeon von Cathrin Pfeiffer atmen; kein Saitengleiten entgeht der filigranen Aufnahme. Fontane, der musikalisch eher die leisen Töne bevorzugte […], hätte es gefallen.« Wolfgang Schneider, FAZ, 17.06.2019

»Diese CD ist äußerst gelungen und lohnt das Hören!« … »Katharina Franck singt klar, eindringlich, ohne sensiblen Schnörkel. Das bekommt der Bandleader Reinhardt Repke ebenfalls gut hin.« … »Zeitlos schön ist diese Lyrik, unaufgeregt wie Repkes Gitarre und eignet sich hervorragend als Songtext – man muss nur die richtigen Töne setzen.« … »Sparsam, unsentimental, schlicht und anrührend sind diese Fontanelieder vertont und von dem Quartett fein gespielt.« Petra Rieß, NDR Kultur, 25.04.2019

»Der Club der toten Dichter liefert das ultimative Geburtstagsständchen.« MDR Artour, 11.04.2019

»Die glockenhelle Stimme von Katharina Franck passt hier und bei allen anderen Stücken des Studiowerks hervorragend zu dem rauchigen Organ von Reinhardt Repke.« Kai Agthe, Mitteldeutsche Zeitung, 30.03.2019

»[Katharina Francks] klare, warme Stimme, ihr mal sehr intensiver, eindringlicher, dann wieder eher zarter Gesang und die Lyrik von Fontane harmonieren perfekt.« Andrea Beu, NTV.de, 29.03.2019

»Sehr akustisch mit Akkordeon, handgezupften Gitarren und sparsamer Perkussion statt eines Drumsets. Songs, die ganz die Sprache in den Vordergrund stellen, die Stimme, ihre feinen Schattierungen, das nuancenreiche Spiel der Stimmungen.« Armin Knauer, Reutlinger General-Anzeiger, 03.04.2019

»Katharina Francks so warme wie strahlend klare Stimme bekommt allen nötigen Raum. So changieren die Fontane-Adaptionen frei zwischen Chanson und klassischen Lied, holen ein wenig Folk herein, Chanty und eine Prise Western. […] Initiator Reinhardt Repke beweist sich wieder als angenehm unangestrengt wirkender Übersetzer klassischer Poesie in leichtfüßige Popkultur.« Gerd Dehnel, rbb inforadio, 29.03.2019

»Das, was die vier Musiker vom Club der toten Dichter durch ihre Interpretation aus den Gedichten Fontanes herausholen, ist zeitlos, stark und geht unter die Haut.« Christine Deggau, RBB ZiBB, 22.03.2019 + RBB kultur, 23.03.2019 Continue reading

Und die Liebe zu sich selbst. Mich hat schon der erste Gedichtzyklus von Claire Plassard und Florian Vetsch begeistert. Mit dem zweiten Band “Ein dünner Faden hält alles zusammen” haben sie mich aufgewirbelt, hochgehoben und auf eine neue und vielversprechende Umlaufbahn katapultiert. Dort hält mich dieser dünne Faden zusammen – Schreiben kann Leben retten. Jeden Tag mindestens einen Satz von Belang zu verfassen, ist schon viel. Continue reading