der Atlantik, 22. März 2020

Hallo, hallo, habe mich länger nicht gemeldet. Es geht ja auch drunter und drüber. Klar, auch meine Konzerte sind abgesagt und wie es um die Mai-Termine steht, ist ungewiss. Ich war hier und dann zurück in Deutschland und nun bin ich wieder da, in Portugal. Nicht zum Spaß, leider, doch Continue reading

Anlässlich des gerade erschienenen Jahrbuch der Lyrik 2020 im Verlag Schöffling und Co., das nun leider nicht auf der Buchmesse in Leipzig präsentiert werden kann, weil ein Virus names Corona fast die ganze in Welt in Angst und Schrecken versetzt, liste ich hier einmal die veröffentlichten Gedichte von mir auf, die ohne Musik ausgekommen sind. Einige dieser Gedichte sind später als Gesprochene Popsongs vertont auf CD erschienen, andere Texte sind Auseinandersetzungen mit meiner künstlerischen Sprache Continue reading

Eine Papayahälfte ist nicht nichts
Ich mache einen glatten Schnitt
Zerteile die scharfen Kerne
Sie ist reif
Samtweich und orangefarben
Ein Sommersonnenuntergang im Winter
Dein Wasser läuft mir im Munde zusammen, Iguaçu
Und die Tarantel sticht Continue reading

Zwei Reissäckchen links
Ein Reissäckchen rechts
Eines in der
Luft
Und ein Kuss ins Leere
Ein Atemzug
Im Spiegel, nur ein Hauch
Ein winziger Tropfen Spucke
Bleibt
Bleibt Continue reading

Komme nach Hause und beginne rückwärts darüber zu schreiben, wie ich einst nach Hause kam und in den Himmel blickte. Der Mond war hell und viele Sterne waren zu sehen. Die Baumkronen bewegten sich nicht, da kein Wind ging. Wie feucht es war, davon schrieb ich nicht. So gar nicht kalt für einen Januar. Und dennoch zogen keine Nebelschwaden um die Wipfel oder über Wege, Gatter, Zäune, den Winterweizenpflänzchen, die da standen auf dem Feld, in Reih und Glied. Dazwischen Rehe. Continue reading

Manchmal dauert es eine Weile, bis mir ein eigener Text so gut gefällt, dass ich ihn veröffentlichen möchte.
Dafür muss ich nicht einmal neu daran arbeiten.
Eher arbeite ich an mir
(im Juli 2021)
*
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Das etwas andere Geburtstagsständchen: Liebe Alle, habe am Sonntag, dem 28. Juli 2019 vor dem Kornspeicher Neumühle in Alt Ruppin für Freunde, Bekannte, Zufallsgäste und Passanten meine Songs gesungen. Zwischen 15 und 18 Uhr sind rund 200 Menschen dort gewesen und haben auf meinen Wunsch hammermäßige € 850,00 an RuT – Rad und Tat e.V. – Offene Initiative Lesbischer Frauen gespendet. Über dieses Zeichen großer Solidarität freue ich mich sehr. Und fühle mich noch wohler in meinem “Kiez”.KF, Ina Rosenthal und Stephanie Kuhnen Die neue Geschäftsführerin des RuT, Ina Rosenthal, und die Journalistin und Mitarbeiterin bei RuT, Stephanie Kuhnen, waren auch dabei. Informationen über RuT gibt es hier.

Noch ein Text aus der Reihe “Meine Lieder sind klüger als ich”

1.

Ich war fischen!

Glauben Sie bitte nicht, dass mir das Spaß macht. Ich habe es aufgegeben Erlösung von der Welt in den leuchtenden Bildern polnischer Weizenfelder zu suchen, in dem satten Flattern aufstiebender Moorkraniche zu hören, oder im harzigen Duft frisch gespalteten Holzes zu schmecken. Aber ich klammere mich an diese Vorstellungen wie eine Ertrinkende, weil ich mich danach sehne wenigstens einmal dieselbe Sprache zu sprechen wie meine Mitreisenden. In unseren Körpern und in unserem Geist sind wir ständig vom einem zum anderen Umsteigebahnhof unterwegs. Ein Nomade lebt nach strengeren Regeln als jeder Stubenhocker, und er wird auch nicht steif und feist dabei. Es hat 40 Jahre gedauert bis ich begriffen habe, dass das einzige Dach über meinem Kopf mein Körper ist. Ich war unversehrt, und mir war alles egal. Aber jetzt sind die Schatten die ich werfe meine Schindeln, und die Fäden die ich ziehe meine Wurzeln. Ich darf die Spuren die ich hinterlasse nicht verwischen, wenn mir daran gelegen ist, wieder aufzubrechen. Freiheit ist eben nicht gekappte Bande, geschütteltes Brot. Freiheit ist, zu fühlen wo man herkommt, zu jeder Zeit, und zu wissen wohin man gehen will, wenn es soweit ist. Wohin man kommt, ist eine andere Geschichte. Es ist die Geschichte. Es ist die Reise. Continue reading